Nein zur SRG-Halbierungsinitiative 2

Die SRG erfüllt einen zentralen öffentlichen Auftrag. Sie informiert – sachlich, vielfältig und landesweit – in allen Sprachregionen, unabhängig von Einschaltquoten oder Werbeeinnahmen. Gerade diese Unabhängigkeit vom reinen Markt macht sie wichtig für eine funktionierende Demokratie. Eine Halbierung der Mittel würde zwangsläufig zu massiven Einschnitten führen: weniger Recherche, weniger politische Hintergrundberichterstattung, weniger regionale und sprachliche Vielfalt. Am Ende bliebe ein ausgedünntes Angebot, das komplexe politische Themen kaum noch vertieft abbilden könnte.

Eine solche Entwicklung schwächt die demokratische Meinungsbildung. Demokratie lebt vom Zugang zu verlässlichen, überprüften Informationen und nicht nur zu Schlagzeilen oder emotionalisierten Kurzformaten. Wenn Qualitätsjournalismus unter Druck gerät, gewinnen vereinfachte Narrative, Desinformation und Polarisierung an Boden.

Ein Blick in die USA zeigt, wohin dieser Weg führt. Dort ist der Medienmarkt stark kommerzialisiert und politisiert. Eine gemeinsame Faktenbasis und eine sachliche Debatte fehlen, das Vertrauen in die Institutionen sinkt. Dies führt zu einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft.

Die Schweiz hat sich bewusst für ein anderes Modell entschieden: ein starkes, öffentlich finanziertes Medienhaus als Ergänzung zu privaten Anbietern. Dieses Modell sorgt für Ausgleich, Verlässlichkeit und Zusammenhalt in einem föderalen, mehrsprachigen Land.

Die Ablehnung der SRG-Halbierungsinitiative ein klares Bekenntnis zu einer starken Demokratie. Wer eine informierte, diskussionsfähige Gesellschaft will, braucht unabhängige Medien, die ihren Auftrag erfüllen können.


Bänz Müller-Bleuer, Gemeindepräsi

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